Gärten
der Bayerischen Gartennetzwerkkarte
Initiatoren - oder wie kam es zur Bayerischen Gartentour?
Kennen Sie den "So und So Garten"?
Können Sie mir noch andere schöne Parks in Bayern empfehlen?
Solche Fragen hören mein Mann und ich bei unseren Parkbesuchern in Dennenlohe häufig. Seit nunmehr fast 20 Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit dem alten Schlosspark und haben ihn um viele Hektar Rhododendronpark, Labyrinthe, Wiesenbiotope und Sumpfgebiete erweitert, die alle selbst gepflanzt und angelegt sind.
Manchmal können wir die gewünschte Auskunft geben und die Besucher fahren zu einem anderen Garten weiter, oft aber müssen wir passen, wenn die Reiserichtung nicht mit unserem Gartentip übereinstimmt.
Viele Gärten kennen wir - aus Zeitmangel - auch selbst nicht und hier fängt die Misere an.
Jeden Winter, denn im Sommer können wir nicht weg aus Dennenlohe-fahren wir einige Wochen nach England und schauen uns fremde Gärten an - ja, wir klauen auch manchmal die eine oder andere Gartenidee. Natürlich nicht so einfach, indem wir die Idee nachahmen, nein, der Reiz besteht darin, die andren Gärten als Inspiration für unseren eigenen Park zu nutzen und sie so abzuwandeln, dass sie genau in unseren Garten passt und eine Anbindung an die schon bestehende Anlage bietet.
Und das kann ganz schön anstrengend sein - nicht so sehr das Besuchen der anderen Gärten sondern das interfamiliäre Ausdiskutieren im Nachhinein (nicht zu vergessen das Beladen des Autos mit den gekauften - nicht geklauten! - Pflanzen aus den jewiligen, den Parks angeschlossenen Gärtnereien) Und es wird schlimmer, nachdem mittlerweile auch unsere Tocher noch mitredet und alle Meinungen am Ende ein neues Ganzes ergeben müssen, das genau nach Dennenlohe - in unseren Garten - passt.
Viele Ideen müssen aber auch über Monate oder Jahre heranreifen und man muss erst den richtigen Platz (für meinen Mann am liebsten mit dem Bagger!) schaffen, um die abgewandelten Ursprungsideen umzusetzen.
Dieses Jahr habe ich von England eine Wollemia mitgebracht, die von mir einige Wochen im Garten umhergetragen wurde, bis ich letztendlich für sie den passenden Platz gefunden hatte...
Sie müssen also andere Gärten und Parks in Ruhe betrachten, deren Form und Anlage, die Bepflanzung und Farbgebung, die Gedanken, die hinter dem Park stehen, um Ihren eigenen Garten damit weitergestalten zu können. Und das muss beileibe kein 14 ha großer Park sein, wie der unsere - nein, auch ein kleiner Vorgarten sollte eine Idee im Hintergrund haben, die ohne weiteres von einem anderen berühmten Garten übernommen, verkleinert und verändert worden sein kann.
Durch die Fragen unserer Gartenfans und unsere Reisen duch Großbritannien kam nun die Idee dieser Karte zustande.
Warum kannte wir alle Gärten in Cornwall, Cloucestershire und Oxfordshire, aber nicht die in Bayern, in unserer eigenen Umgebung?
Nun, vor allem auch deswegen, weil es bis dato keine Gartenkarte gab, die uns Anregungen zum "Klauen" geboten hätte!
Dank der Firma Stihl und vieler Gartenbesitzer, die meine Idee unterstützt haben, liegt nun die erste Bayerische Gartenkarte vor, die Sie auch auf "Abwege" führen soll - denn nicht nur die großen bekannten Parks der Schlösser & Seenverwaltung sind in Bayern einen Besuch wert, sondern auch die kleinen und liebevoll restaurierten Kurparks, die von vielen Helfern - oft auch ehrenamtlich - gestaltet und gepflegt werden.
Genießen Sie also die "Geheimtips", die wir für Sie zusammengestellt haben und finden Sie in jedem der Gärten eine neue Idee, die Sie bei sich zu Hause persönlich umsetzen können.
Und denken Sie daran - nichts überstürzen:
"Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und raum." *
Herzlichst, Ihre
Sabine Pichler Freifrau von Süsskind
*Dieter Kienast (1945-1998), deutscher Professor für Landschaftsarchitektur






